Fragen und Antworten rund um die Rohfütterung
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Was ist B.A.R.F.?
Ursprünglich stammt der Begriff von der Kanadierin Debbie Tripp. Sie bezeichnete damit jene Hundehalter, die ihre Hunde mit rohem, frischem Fleisch versorgten, und sie benannte das Futter selbst als „Bones And Raw Food“.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird BARF mit „Biologisches Artgerechtes Rohe Fütterung“ übersetzt.
Warum sollten Hunde mit rohem Fleisch und Knochen gefüttert werden?
Der Grundgedanke zur Rohfütterung liegt in der evolutionären Entwicklung des Haushundes zu finden. Genetisch betrachtet unterscheidet sich der Hund nur zu 0,2 % vom Wolf. Über Millionen von Jahren hat sich der Vorfahre des Hundes ausschließlich von Beutetieren ernährt.
Mit Beginn der Domestizierung des Hundes kamen als Futter menschliche Abfälle und Tischreste hinzu.
Die industrielle Futterherstellung existiert nun seit ca. 70 Jahren. Bis dahin bestand das Hundefutter fast ausnahmslos aus rohen fleischigen Knochen, Innereien und weiteren hochwertigen Rohstoffen tierischen und pflanzlichen Ursprungs.
Die Futtermittelindustrie reklamiert für sich, allein in der Lage zu sein, ein gesundes und ausgewogenes Futter herzustellen, vermeiden aber bewusst mitzuteilen, dass 70 Jahre für eine evolutionsmäßige Anpassung des Organismus für eine derart rabiate Anpassung bei weitem nicht ausreicht. Hierfür bedarf es eine Anpassungszeit von 10.000 bis 15.000 Jahren.
Weiterhin proklamiert die Industrie, der Hundehalter sei nicht in der Lage, den Hund ausgewogen zu ernähren und mit allen notwendigen Nährstoffen, Vitaminen usw. zu versorgen.
Eine absurde Behauptung, da es Dosen- und Tütenfutter erst seit einigen Jahrzehnten gibt und noch nicht weltweit zu kaufen gibt.
Kann ich eine ausgewogene Ernährung wirklich selbst herstellen?
Selbstverständlich ja! Sogar besser und wertvoller als die Futtermittelindustrie den Hundehaltern mit teuer finanzierten Werbespots seit Jahren vorgaukelt.
Das Grundprinzip für eine ausgewogene und vor allem gesunde Ernährung lautet: Abwechslung
Der Hund benötigt diese Ausgewogenheit nicht täglich, sondern über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen und Monaten. Orientieren wir uns wieder an den Vorfahren, so ist schwer zu glauben, dass die Wildhunde tagtäglich eine voll ausgewogene Mahlzeit bekommen haben.
Muss jede Mahlzeit ausgewogen sein?
Die Futtermittelindustrie neigt dazu, den Hundehaltern einzubläuen, dass der Hund zu jeder Mahlzeit alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis benötigt.
Diese Philosophie ist in der gesamten Natur beispiellos! Kein Tier ernährt sich bei jeder Mahlzeit ausgewogen – selbst der Mensch ernährt sich nicht nach diesem Konzept.
Das Futter sollte immer Abwechselung bieten. Verschiedene Fleischsorten z.B. vom Rind, Schaf, Wild, Pferd wechseln sich mit Innereien wie Pansen oder Blättermagen und ein umfassendes Angebot an Saisongemüse mit kalt gepresstem Öl gleichen Mängel oder Überangebot an Nährstoffen und Vitaminen aus.
Wie erfolgt die Umstellung auf Rohfütterung?
Bei jungen und gesunden Hunden sollte die Umstellung weder schrittweise oder teilweise erfolgen, da ansonsten das Verdauungssystem des Hundes übermäßig belastet wird.
Es gilt das Prinzip: Je jünger der Hund ist, desto leichter erfolgt die Umstellung.
Bei älteren oder kranken Hunden (z.B. Futtermittelallergie etc.) sollte die Umstellung langsam und mit zunächst leicht zu verdauenden Lebensmitteln erfolgen. Bei Knochen greift man zunächst auf weichere, wie z.B. Hühnerhälse oder Entenhälse zurück.
Ferner wird mit fettärmerem Fleisch wie Pferd, Wild, Lamm, Ziege, Geflügel etc. gefüttert.
Welche Symptome kann der Hund bei der Umstellung zeigen?
Das häufigste Merkmal bei einer Futterumstellung ist weicherer Kot bis hin zum Durchfall in den ersten 2 – 3 Tagen.
Dieses sind nichts anderes als Entgiftungserscheinungen des Körpers, der sich von den künstlichen Zusätzen aus dem Trocken- oder Dosenfutter „entwöhnen“ muss.
Warum muss Gemüse püriert sein?
Der Verdauungsapparat ist nicht in der Lage, die Zellulose der Zellwände nicht aufspalten.
Wird das Gemüse mit einem Mixer, Zauberstab etc. fein püriert, werden diese aufgebrochen, und der Hund kann die Enzyme und Vitamine aufnehmen.
Was ist das Calcium/Phosphor-Verhältnis?
Ein ideales Ca/P-Verhältnis wird mit 1,3 (Ca) zu 1 (P) beschrieben. Dieses wird benötigt für eine stabiles Knochengerüst, eine gute Muskelkontraktion, Blutgerinnung, Zellvermehrung und ein stabiles Nervensystem.
Rohes Fleisch hat ein Verhältnis von 0,7 (Ca) zu 1 (P), besitzt also zuwenig Calcium, was jedoch für den Aufbau von Knochen. Eine einseitige Ernährung nur von Fleisch führt auf Dauer zu einer Schädigung des Skeletts.
Zur ausreichenden Zufuhr von Calcium empfiehlt sich daher die Zufütterung von Innereien und fleischigen Knochen. Alternativ kann auf Ergänzungsmittel wie Knochenmehl oder andere Calcium-Präparate zurück gegriffen werden. Auch zerstoßene Eierschalen eignen sich als Ca-Zugabe.
Wie viel Calcium braucht ein Hund?
Neuesten Erkenntnissen folgend benötigt der Hund eine Ca-Menge von ca. 50 mg/kg Körpergewicht/Tag.
Welche Knochen eignen sich?
Sofern die Knochen nicht gekocht oder gebraten sind, lassen sich im Prinzip alle Knochen verfüttern. Fleischlose Knochen sollten nicht gegeben werden, da diese nur langsam verdaut und somit zu Problemen im Magen führen können, wenn Sie nicht erbrochen werden.
Macht rohes Fleisch den Hund gefährlich?
Diese Aussage ist nichts als ein Ammenmärchen. Eine artgerechte Ernährung kann sogar helfen, nervöse oder aggressive Hunde zu beruhigen. Minderwertiges Futter wirkt sich definitiv auf das Verhalten aus.
Schenken Sie diesem Argument von Rohfütterungsgegnern keine Beachtung.
Ist rohes Fleisch nicht gefährlich?
Ein Gerücht, welches auch von Veterinärmedizinern verbreitet wird, behauptet, dass rohes Fleisch Bakterien und Parasiten enthält und die Hunde krank macht.
Der Verdauungstrakt eines Hundes lehrt uns etwas ganz anderes. Der pH-Wert im Magen, produziert durch die Magensäure, ist kleiner oder gleich 1. Es gibt kein bekanntes Bakterium, das einen pH-Wert kleiner 3 überlebt hat.
Der pH-Wert eines Menschen liegt bei etwa 5 und ist daher eher schwach. Dieses wiederum macht den Menschen anfällig gegen bakterielle Krankheiten, z.B. von Salmonellen hervorgerufen.
Welches Fleisch kann an den Hund verfüttert werden?
Grundsätzlich kann jedes Fleisch, außer vom Schwein, gegeben werden.
Im Schweinefleisch kann der so genannte Aujetzky-Virus enthalten sein, der zwar für den Menschen ungefährlich, jedoch für Hunde tödlich sein kann.
Dieser Virus wird erst bei einer Temperatur von 60° C abgetötet.
Ist das Fleisch von minderwertiger Qualität?
Die Herstellung von Heimtierfutter ist gesetzlich streng geregelt; dieses gilt auch für Betriebe, die frisches Fleisch verarbeiten.
Das Fleisch unterscheidet sich lediglich daher, dass es nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt ist. Die Quellen jedoch sind identisch.
Riecht das Fleisch unangenehm?
Sofern Sie frisches (tiefgekühltes) Fleisch verwenden, riecht das Fleisch für den Hund nicht anders als Ihr Steak oder Hackfleisch.
Erst verdorbenes Fleisch beginnt unangenehm zu riechen und sollte daher nicht verfüttert werden.
Wo bekomme ich das Fleisch und die Knochen für den Hund?
Sie können das Fleisch entweder direkt bei Ihrem Metzger oder im Schlachthof kaufen. Ferner gibt es im Internet ausreichend Quellen, die das Fleisch tiefgefroren versenden.
Muss der Hund mit Getreide gefüttert werden?
Definitiv braucht der Hund für eine ausgewogene Ernährung kein Getreide. Oftmals reagieren Hunde auf bestimmte Getreidesorten allergisch, wie z.B. Weizen, Roggen oder Hafer. In den meisten Getreidesorten sind Gluten (Klebereiweiß) enthalten, auf die der Hund mit der Zeit mit Unverträglichkeiten in Zusammenhang mit Blähungen, chronischem Durchfall und letztendlich mit Appetitlosigkeit reagieren kann.
Soll dennoch nicht auf Getreide verzichtet werden, sollte glutenfreies Getreide verfüttert werden.
Alternativ: Reis, Nudeln, Hafer und Amaranth
Kann der Hund mit Fisch gefüttert werden?
Fisch kann selbstverständlich gefüttert werden, da er viele Omega-3-Fettsäuren enthält. Einer Dauerfütterung ist jedoch abzuraten, da es durch bestimmte Enzyme, die in Fischen enthalten sind, zu Blutarmut führen kann.
Welches Öl ist sinnvoll?
Öle werden nur als Nahrungsergänzung hergenommen. Hier empfiehlt sich ausschließlich kaltgepresstes Öl mit einem hohen Omega-3-Fettsäureanteil, wie z.B. Lachsöl, Leinsamenöl und Dorschlebertran.
Öle sind notwendig, damit der Hund die fettlöslichen Vitamine aus Gemüse und Obst aufnehmen kann.
Muss für die Rohfütterung ein Futterplan erstellt werden?
Sowohl auf Informationsseiten im Internet als auch in der Literatur finden sich eine Vielzahl von empfohlenen Futterplänen für den Hund.
Nur wer für sich selbst und seiner Familie einen genau ausgeklügelten Speiseplan mit allen notwendigen Vitaminen, Enzymen, Ballaststoffen usw. erstellt, sollte sich die Mühe machen, dieses auch für den eigenen Hund zu machen.
Achten Sie lediglich bei der Fütterung auf ein ausgewogenes Verhältnis der Zutaten.
Wie viel Rohfutter braucht der Hund?
Die Futtermenge richtet sich an verschiedenen Faktoren, wie z.B. Größe, Gewicht, Aktivität und Alter des Hundes.
In der Regel benötigt der Hund 2 % seines Körpergewichtes an Futtermenge pro Tag. Bei einem
Ein jüngerer und/oder aktiverer Hund braucht etwas mehr, ein älterer und nicht mehr so aktiver Hund etwas weniger Futter.
Beobachten Sie Ihren Hund genau, dann können Sie Futtermenge individuell anpassen.
Ist die Rohfütterung nicht teuer?
Dieses hängt natürlich von der Qualität des bisher gegebenen Futters ab. Die Rohfütterung ist oftmals günstiger als ein hochwertiges Industriefutter. Fleisch und Knochen.
Wie wird das Fleisch gelagert?
Zur Lagerung von Frischfleisch eignet sich am besten eine Gefriertruhe/schrank.
Am besten tauen Sie das Fleisch langsam im Kühlschrank oder einem kalten Wasserbad aus. Sollten Sie einmal vergessen haben, das gefrorene Fleisch aus der Truhe zu nehmen, können Sie es durchaus auch in warmem Wasser auftauen.
Mag jeder Hund rohes Fleisch?
Es kann durchaus passieren, dass der Hund das rohe Fleisch nicht als Futter ansieht, da es nicht riecht. Industrielles Fertigfutter ist oftmals mit Lock- und Duftstoffen versehen, um eine höhere Akzeptanz beim Hund auszulösen.
In einem solchen Fall braten Sie das Fleisch kurz an oder überbrühen es kurz. Alternativ geben Sie ein wenig Pansenmehl darüber, um den Geruch zu verstärken.
Wird das Fleisch in Stücken oder gewolft gegeben?
Sie können sowohl gewolfte oder geschnittenes Fleisch füttern. Die Vorteile von gewolftem Fleisch liegen darin, dass das Gemüse leichter untergemischt werden kann, und der Hund direkt aus der Schüssel frisst.
Bei Fleischbrocken werden der Kauapparat und die Zähne mehr beansprucht.
Bei Schlingern ist es das gewolfte Fleisch die bessere Alternative.
Wie wirkt sich die Rohfütterung auf den Stuhlgang aus?
Sie werden feststellen, dass sich der Output deutlich reduziert, da der Hund seine Nahrung viel besser verwerten und verdauen kann.
Wie wirkt sich die Rohfütterung auf den gesamten Hund aus?
Die Vorzüge der Rohfütterung wirken sich zunächst auf das Verhalten und das Allgemeinbefinden aus. Sie werden in kurzer Zeit feststellen, dass Ihr Hund ausgewogener sein wird.
Daneben erübrigen sich Probleme wie z.B. Zahnstein, Fell- und Hautschuppen, Parasitenbefall, Hundegeruch, Gelenkanfälligkeit, Allergien usw.
Das Risiko einer Magendrehung wird auf ein Minimum reduziert.
© Barferoase, Mühldorf








